Fotos: D. Planke


Meine drei mehrwöchigen Reisen nach Japan...

 

Meine erste Reise durch Japan 1999


Auf meiner ersten dreiwöchigen Reise fuhr ich nach ein paar Tagen Tokyo in den beeindruckenden Nationalpark Nikko und durchquerte das Land bis in den hohen Norden nach Hokkaido und blieb dort bei einer befreundeten deutschen Familie. Danach begab ich mich in den Süden nach Kyoto und lebte dort bei einer japanischen befreundeten Familie und besuchte auch den Kurama-Berg, auf dem Mikao Usui in Kontakt mit der Reikienergie kam.

Überall wurden mir Türen aufgetan, so dass ich das Land sehr privat kennenlernen durfte.

Meine zweite Reise 2006


Bei der fast dreiwöchigen Reise im Sommer 2006 waren meine Ziele die beiden alten Kaiserstädte Nara und Kyoto. Außerdem wollte ich zu den unglaublich kraftvollen japanischen Gärten, Schreinen und Tempeln und auch wieder zu dem Kurama-Berg.

Ich bin sehr sehr gern in Japan. Dort fühle ich mich immer wie zu Hause.
Ich lebte abwechselnd bei zwei befreundeten japanischen Familien. Sie zeigten und erklärten mir vieles, ich spielte mit ihren Kindern, lernte wieder etwas mehr Japanisch, tankte Ruhe und Kraft auf den Touren, wir fuhren zu Schreinen und Tempeln und ich sprach natürlich auch mit den frei in den Städten lebenden Rehen und Affen. Es war wieder ein Traum-Urlaub.

Meine dritte Reise 2019


Dieses Mal plante ich eine Reiki-Reise. Ich wollte Mikao Usuis Geburtsort Taniai in der Nähe der Stadt Gifu besuchen, in Tokyo das Grab der Familie Usui und dann den Kurama-Berg bei Kyoto, wo Mikao Usui 1922 die Reiki-Methode empfing. An meinem ersten Tag in Tokyo ging ich zur Grabstelle. Vom Hauptbahnhof fährt man dafür ein paar Stationen mit der Metrolinie "Marunouchi" bis Station "M 03" "Shin-Koenji", geht in die Itsukaichi-Kaido-Straße und nach 50 Meter geradeaus in eine schmale Straße, auf der man direkt zum Eingangstor des großen und sehr gepflegten Saihoji-Tempelfriedhof kommt. www.google-maps.de/Saihoji-Temple-Tokyo-. Er ist ein angenehmer Ort, der zum Verweilen einlädt. Rechts neben dem Haupttempel steht ein Schuppen. An dessen rechter Ecke führt ein Weg zu den Grabstellen. Bei der zweiten alten Kiefer ist das Familiengrab der Usuis. Es stand ein Blumenstrauß davor, von denen, die vor mir da waren. Der Platz hat mich beeindruckt und erfüllt.

 

Mein zweiter Schwerpunkt bei der Reise lag bei "Reiki für Tiere" sowie dem Tierschutz in Japan. Ich wollte deshalb gern ein Tierheim, ein japanisches Katzencafe und Tierschutzaktive kennenlernen.

Ich war eingeladen worden, in Tokyo einen Vortrag bzgl. der Reikibehandlung von Tieren zu halten. Der Reikilehrer Shinsuke Kawashima hatte Junko Negeshi und mich gebeten, im Rahmen eines dreitägigen Reikitreffens einen zweistündigen Vortrag zu den beiden Themen "Tierschutz in Deutschland und in Japan" und "Reiki für Tiere" zu halten. Junko berichtete über die unterschiedliche Entwicklung des Tierschutzes in den beiden Ländern, ich über die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der Reikimethode bei Tieren. (Fotos von uns siehe www.ShinsukeK.LdBlog.jp. Junko lebte bis vor drei Jahren in Berlin, wo wir uns kennenlernten. Sie ist in Japan im Tierschutz aktiv und bietet ebenfalls Reiki und Tierkommunikation an. Außerdem unterrichtet sie per Skype in Japan Deutsch und für Deutsche Japanisch. www.Neaglossa.com. Sie lebt mit ihrem Mann Joachim und 12 aufgenommenen Katzen auf der Insel Miyako-Jima, die von der Tourismusstruktur her mit Sylt vergleichbar ist. Nur dass ihre kleine Insel türkisblaues Wasser und weiße Palmenstrände hat.)

Am Ende des Praxisvortrags ließen wir alle, im Kreis sitzend, auf die in der Mitte liegenden Fotos der Tiere der rund 40 anwesenden Reikipraktizierenden Fernreiki fließen. Es entstand eine hohe, lichte Energie im Raum. Wir waren ganz berührt davon. 

Junko und ich trafen uns danach in einem Café zu einem Austausch mit der Tierärztin Rie Fukui, die Autorin des japanischen Buches "Reiki für Tiere" und im Vorstand der japanischen Gruppe "Reiki for Animals" ist. www.Ameblo.jp - Animalreiki. Ich hatte sie im Internet bei meinen vorherigen Recherchen gefunden. (Für die Recherchen vor der Reise und bei allen Gesprächen mit Japaner*innen benutzte ich immer den sehr hilfreichem Google-Übersetzer. Das geht super einfach. Du kannst das gern ausprobieren z. Bsp. mit der Lilimona-Website: Dort eine Unterseite kopieren, bei www.translate.google.com reinsetzen und "Japanisch -> Deutsch" einstellen.) Ich übernachtete bei Rie und am Mittag des neuen Tages fuhren wir zu dem privat geführten Hundehospiz www.Lilimona.com. Dort konnte ich mit Reiki und Tierkommunikationen helfen. Die TKs übermittelte ich per Eintippen im Googleübersetzer auf Handy und Tablet. Wir blieben um Stunden länger als geplant. Takoe Okabe und Yoshiko Satoh, die das Heim leiten, sind Liebe pur. Sie meinten zum Abschied: "See you again." - "Wir sehen uns wieder." Und ich denke, eines Tages wird es so auch kommen.

 

Am nächsten Tag ging es mit einem angemieteten Campingbus von den www.Japancampers.com in Richtung Gifu. Die Fahrt dauerte glücklicherweise zwei Tage und führte durch wundervolle Berglandschaften, Dörfer und Kleinstädte, an Reisfeldern, Weinbergen und Teeplantagen und an glasklaren, mächtigen Gebirgsflüssen vorbei.

Ich kann mich an Japan einfach nicht sattsehen. Japan ist sooo schön.

 

Taniai, der Geburtsort von Mikao Usui, grenzt direkt an das große Dorf Yamagata, wo er zur Schule ging. Taniai ist in Yamagata eingemeindet und liegt ca. 30 km entfernt von der Großstadt Gifu. Von dort fährt mehrmals täglich ein Bus nach Yamagata.Taniai besteht aus vier Häusergruppen rund um einen Golfplatz, die ich alle besuchte.

In Yamagata steht ein von Mikao Usui und seinen Brüdern 1924 gespendete Steintor mit seinem eingravierten Namen vor dem Amatak-Schrein des Dorfes. Dieser Schrein und das Tor stehen direkt neben der Grundschule "Shiritsu Iwazakura Elementary School", 50 Meter hinter dem "Usui Tofu Shop" - siehe Lageplan von Taniai/Yamagata. Der Name Usui ist in Taniai und in Yamagata recht verbreitet. Auch Verwandte von Mikao Usui und deren Nachkommen leben dort, wie es Frank Petter und Hiroshi Doi in ihren unten aufgeführten Büchern beschreiben. Direkt neben dieser religiösen Stätte wurde im September 2018, zusammen mit zwei Erklärungssteinen, ein Gedenkstein für Mikao Usui aufgestellt. (Fotos dazu siehe www.Holistika.de/Blogeintrag-25.9.2018 / www.City.Yamagata.Gifu.jp). Die drei Steine konnten dank der Spenden von Menschen aus aller Welt errichtet werden. Am Schrein liegen, wie ich sah, auch Infoflyer zur Reikimethode von einer Gemeinschaft von Reikianer*innen, die den Ort pflegen. Ich empfand das Ensemble als sehr licht und harmonisch.

 

Als nächstes stand das Katzencafe der "Neco-Republic" in Gifu auf dem Plan. (Das erste Katzencafe wurde in Taiwan 1998 quasi als Tierheim eröffnet. Dort wurden einerseits Straßenkatzen aufgenommen und vermittelt und andererseits mit dem Cafebetrieb die Kosten dafür eingenommen und den Gästen auch der Tierschutzgedanke nähergebracht. Die Katzen leben in dem Cafe und die Gäste können sie kennenlernen und streicheln. Mittlerweile sind allerdings 90% der Katzencafes in Japan, Deutschland und weltweit normale Cafes mit Katzen, die dort nur zum Anlocken von Besucher*innen dauerhaft gehalten werden. Eine Ausnahme davon ist die www.Neco-Republic.jp in Japan. "Neco" heißt auf Japanisch "Katze". Dessen Filialen sind immer noch kleine Tierheime und widmen sich intensiv der Katzenrettung und Vermittlung und der Information.)

 

Weiter ging es nach Kyoto zum Kuramaberg. www.Kuramadera.or.jp/Anfahrt / www.japan-guide.com / www.axelebert.org/Bericht) Ich hatte wieder Glück, denn es fand am nächsten Tag auf dem Tempelvorplatz, wo es einen durch Steinplatten gekennzeichneten Punkt gibt, bei dem die Universelle Lebensenergie sich bündelt, das jährliche Ritualfest "Uesaku/Wesak" wie jedes Jahr am Vollmondabend im Monat Mai statt. Es war, wie ich fand, ein sehr kraftvollen Ritual. Die Stunden davor waren wie ein großes, vielsprachiges, spirituelles Picknick. Es waren über 2.000 Menschen gekommen und alle saßen wartend in der Abendsonne auf den mitgebrachten Decken, aßen etwas, meditierten, beteten oder unterhielten sich. Neben mir saßen zehn reikipraktizierende Frauen aus Paris, Dänemark, Los Angeles und San Franzisko, die als Reisegruppe gekommen waren. Als es losging, standen in einem ersten Kreis einige buddhistischen Nonnen und Mönche und als zweiter Halbkreis alle Gekommenen um die Steinplatten, diesen Kulminationspunkt für Energie, herum. In der nächtlichen Dunkelheit wurden Verse rezitiert, die z. T. von allen Japaner*innen mitgesprochen wurden.

Dann brachten rot-weiß gewandete Miko-Priesterinnen in einer Zeremonie brennende Kerzen, Obst- und Blumengaben. Es breitete sich eine sehr sanfte, liebevolle Energie aus. Sie entzündeten daraufhin mit ihren Kerzen die roten Kerzen von uns Anwesenden, so dass ein Lichtermeer entstand. Die Miko und die Saio sind die Priesterinnen des Shintoismus, der jahrtausende Jahre alten, schamanischen Naturreligion, die auf die erschaffende Sonnengöttin Amateseru zurückgeht und bei der ursprünglich den Frauen die religiösen Aufgaben oblagen. (95% aller Japaner*innen gehören dieser Religion an. Die Saio, also die Hohepriesterin in dem Schrein von Ise, dem höchsten shintoistischen Heiligtum, ist die kaiserliche Prinzessin Atsuko Ikeda, geboren 1931. Ihr jüngerer Bruder Akihito war der Kaiser von Japan von 1989 bis Mai 2019. Wikipedia/Saio / Wikipedia/Schamanismus-in-Japan)

Vor dem mindestens zweistündigen Aufstieg durch das Tempelgelände ist ein leckeres Essen im Tempelrestaurant zu empfehlen. Das befindet sich fünf Meter rechts nach den ersten vierzig Stufen, die zum großen, hölzernen Tempeltor hinaufführen und mit roten Laternen links und recht gesäumt sind. Ein Schild an der Tür macht darauf aufmerksam, dass wegen der jahrhundealten buddhistischen Tradition, die auch in diesem Tempel gilt, bis heute aus Achtung vor allen Lebewesen keine Tiere gegessen werden. Deshalb gibt es wunderbare vegetarisch-vegane Speisen. (Übrigens findet man vegetarisch/vegane Angebote in allen japanischen Städten bei: www.happycow.net/asia/japan - die auch als App - und bei www.vegemap.org - da sind es über 800). In diesem alten Tempelrestaurant in traditioneller Holzbauweise steht in der Mitte ein Essenstisch, der sogar noch in der Mitte einen Sandplatz für ein Kochfeuer hat. Solchen Tisch sahen wir auch oben im Tempel-Teehaus. Der Kurama-Tempel wurde 770 von Gantei, einem Mönch aus Nara gegründet, als er im Norden Kyotos auf ein weißes Pferd traf, dem er bis zu diesem Ort folgte. (Das zweite Schriftzeichen vom Wort "Kurama" 鞍 馬 heißt "Pferd" .)

Der Tempel wird von der Äbtissin Konin Sigaraki geführt. Sie begann als 20jährige ihr buddhistisches Leben im Kuramatempel und ist seit 1974 Tempelvorstand! Sie schrieb 2018 als 94jährige ein Buch über ihr Leben in dem Tempel mit Empfehlungen für ein gutes Leben - www.Buchbestellung.jp/"Alles, was du verlässt". Yoko kaufte es sich und schrieb mir ein Monat später, ihre Worte haben sie so bewegt, dass sie es wieder und wieder lesen möchte.

Das Dorf Kurama, in dem der Tempel steht (www.Kyoto.Travel/Temple) und sehr einfach mit der S-Bahn von Kyoto zu erreichen ist, ist übrigens ein Museums-Dorf. Wirklich alle Häuser dort sind im traditionellen japanischem Baustil aus Holz und z.T. mit Lehm-Holz-Wänden, es gibt überall "Ikebana"-Vorgärten und Gemüsegärten und die fünf Restaurants haben die typischen altjapanischen Sitzböden aus Tatami-Strohmatten um kniehohen Esstische. In der Dorfmitte steht sogar noch ein historischer, quadratischer Erntespeicher. Einen kleinen Speicher in Lehmbauweise habe ich auch in Taniai gesehen. Am Ende von Kurama, also ca. 900 Meter vom Tempel entfernt, gibt es ein Ryokan (eine Herberge mit der japanischen Möbelierung aus Tatami-Strohmatten als Teppich und Futons als Betten sowie japanischem Essen - Ansichten unter Kurama-Ryokan) mit einem Onsen, den man auch unabhängig von einer Übernachtung besuchen kann. Ich sah dort mehrere Europäer*innen mit Handtüchern herauskommen. Auf einer Japanreise sollte man wenigstens einmal ein Onsenbad besucht haben... (www.Smile4Travel.de/Asien/Regeln-im-Onsen / www.NachJapanreisen.de/Onsen)

 

Am Sonntag fuhren wir zu einem Reikitag mit Hiroshi Doi nach Ashiya bei Osaka. Er hat, genau wie der deutsche Reikilehrer und Buchautor Frank Arjava Petter viel zu der Historie der Reikimethode geforscht. Siehe dazu z. Bsp. in seinem Buch "Das ist Reiki". Hiroshi Doi hat zwei ins Deutsche übersetzte Bücher zu seinen Recherchen geschrieben: Buch "Iyashino" und Buch "Gendai-Reiki-Ho". Er ist der Lehrer meiner Lehrerin Hiroko Kasahara und Mitglied der von Mikao Usui gegründeten Reiki-Gakkai. Ich wollte ihn immer mal kennenlernen. Ich hatte das Glück, dass es genau in meiner Reisezeit eine Veranstaltung von ihm gab!

Er wird Ende 2019 mit 84 Jahren mit dem Geben von Seminaren und Treffen aufhören. Es hielt einen Vortrag, gespickt mit Reikiübungen und Meditationen. Am Ende gab er allen Reijus. Das sind Energieübertragungen, wie sie auch schon Mikao Usui gab. Yoko Yamada, eine Kyotoerin, die schon mehrfach in Deutschland im Urlaub war und bei der ich auch übernachtete, übersetze für mich auf dem Kuramaberg und bei Hiroshi Doi. Sie ist eine Schülerin von Junko. Als Junko ihr gegenüber mich erwähnte, bot Yoko eine Begleitung für mich an, um ihr gelerntes Deutsch anwenden zu können. Wir beide verstanden uns auf Anhieb so gut, dass wir beschlossen, auch weiterhin in Verbindung zu bleiben und vielleicht auch mal einen Wohnungstausch-Urlaub zu machen.

 

Dann ging es nach Tokyo zurück, durch die atemberaubenden Berge und Landschaften.

Für den Besuch von Atami, der Stadt, in der das Ehepaar Chujiro und Chie Hayashi ihr Sommerhaus hatten und in dem Churijo Hayashi starb, reichte die Zeit leider nicht mehr. (Zu Atami: www.Wanderweib.de/Ausflug-nach-Atami)

 

Am Ende war es eine wunderschöne 1.300-km-Tour voller reichhaltiger Erlebnisse.

Es war eine herzerfüllende Mischung aus Holiday und Holy Days.

 

Fotos: D. Planke


Wie ich zu Reiki kam und was daraus wurde...

Wie ich zu Reiki kam

 

Stefanie, meine damals beste Freundin aus Berlin, erzählte nach ihrem Indien-Urlaub 1993 mit großen, leuchtenden Augen von Herz, allumfassender Liebe, Spiritualität, Seelenaufgaben, Selbstentwicklung e.t.c.Ich hörte staunend zu - und wußte, das klingt alles nach dem, was ich irgendwie ahnte und suchte. Als sie sich kurz darauf in Reiki einweihen ließ und mir berichtete, was sich dadurch alles verändert hatte, wollte ich das Gleiche.

Ich war im Frühjahr 1992 von Berlin in ein kleines mecklenburgisches Dorf an der Müritz umgezogen, weil ich eine Auszeit brauchte. Ich war ausgebrannt. Ein schwerer Verkehrsunfall auf einer Berliner Hauptverkehrsstraße Ende 1991, bei dem ich am Kopf und Fuß verletzt wurde und operiert werden mußte, war der letzte Tritt zum Umzug gewesen. Weil ich dort vor Ort keine einzige Person kannte, die mich in den 1. Reiki-Grad einweihen könnte, ging ich Anfang 1994 wie Stefanie zu Gabriele Nau. Sie unterrichtete seit den 80ern in Westberlin Reiki und gehört/e damit zu den "Alten der Szene".

1996 bekam ich dann Lust, mir die nächste Energie-Portion zu holen. Ulrike Jünger, meine nächste Reiki-Lehrerin, diesmal aus der Nähe von Greifswald, kam für vier Sommertage für ein superschönes 2. Grad-Seminar zu mir ins Dorf. Wir kannten uns schon länger und hatten gemeinsame Bekannte und Erlebnisse, wie sich das in Mecklenburg schnell ergibt.
Die Jahre vergingen, ich kümmerte mich viel um mein Heilwerden.

Mittlerweile hatte ich eine mehrjährige Ausbildung zur Heilerzieherin und auch die zur Hospizbegleiterin gemacht. Als ich mit den ausbildungen fertig war, zog ich Anfang 2000 von Mecklenburg wieder zurück, denn was ich jetzt suchte, waren sowohl persönliche als auch spirituelle Austausch- und Entwicklungsmöglichkeiten. Und die fand ich im großzügigen Berliner Angebot.
Anfang 2004 bemerkte ich, daß ich gesunde Beziehungen, eine befriedigende Arbeit, eine verinnerlichte selbstverständliche Spiritualität, eine schöne Verbindung zu meiner ganzen Familie, ein gesundes Bankkonto und eine Traumwohnung hatte. Ich konnte fühlen, war flexibel und glücklich. Kurz darauf wachte ich eines Tages auf und hörte in mir: "Der dritte Grad ist dran!" Ich staunte, denn bis dahin war mir der 1. und 2. Grad völlig ausreichend erschienen. Aber anscheinend ging es auf zu neuen, unbekannten Ufern.
Also suchte ich in den Zeitungen nach einer Lehrerin oder einem Lehrer und erkundigte mich bei etlichen, aber es erschien mir nie ganz passend. Als ich die Annonce von Gabriele Jaensch las, rief ich auch bei ihr an und nach einer halben Stunde war alles klar.
So bekam ich in ihrem Praxis- und Massageraum im Schwimmbad im Berliner Süden im November 2004 den Meisterin-Grad. Ich fühlte mich bei ihr sehr wohl. Es war von allen Einweihung die, nach der ich am stärksten Veränderungen bei mir und in meinem Leben bemerkte. Mein Leben bekam eine Sanftheit, Weite und Tiefe, die ich vorher nicht für möglich gehalten hätte.
Als ich die Einweihung und die Urkunde erhielt, fand ich nicht, dass ich dadurch eine Meisterin wäre. Für mich als gelernte Handwerksgesellin und Kung Fu- und Tai Chi-Schülerin ist eine Meisterin eigentlich eine, die eine Meisterschaft erreicht hat. Traditionell gibt es am Beginn eines Prozesses Initiationsriten, und am Ende, nach der erfolgten, sichtbaren Integration den Titel. Man bekommt den Titel, die Urkunde oder den nächsten Gürtel, wenn und weil man die Fähigkeiten und das neue Niveau beherrscht.Zu lesen, daß ich eine Meisterin bin, war für mich daher eher eine gute Affirmation. Doch die Integration ging relativ schnell. Ich fühlte mich wie eine Frucht, die schon in all den Jahren davor reifer und reifer geworden war und nun nur noch zu fallen brauchte. Drei Monate später hatte ich begriffen, dass ein großer Lebensabschnitt mit dieser Integration beendet war. Ab da stimmte die Aussage der Urkunde an der Wand mit meinem inneren Gefühl überein. Ich war eine, die sich vom Leben meistern ließ und läßt und die gleichzeitig auch das Leben meistert...

 

Was kommt nach der Heilung?
Mit Therapien und der Suche auf Antworten hatte ich 1988 angefangen und seitdem kontinuierlich etwas dazu gemacht. Jetzt, 16 Jahre später, überlegte ich, wozu ich mein Leben noch nutzen wollte außer zum Genießen dieser Fülle? Was kommt für mich als nächstes?
Mir wurde klar, dass ich in dem bisherigen Leben wie ein Kind in der Position des Empfangens und des Lernens gelebt hatte, und es im neuen Lebensabschnitt wohl sinnigerweise darum gehen würde, nun wie eine Erwachsene all das Empfangene weiterzugeben. Weil das den Ausgleich bringen würde. So begann ich mich für den Lehrerin-Grad zu interessieren.

Gabriele fand mein Wiederaufkreuzen nicht überraschend und wies mich im März 2005 in den Lehrerin-Grad ein und beantwortete danach alle Fragen, die noch auftauchten.

Trotzdem fühlte sich für mich die Bezeichnung "Lehrerin" wie ein zu weit geschnittenes Kleidungsstück an. Und das sollte noch länger so bleiben. Ich wuchs zwar langsam in die Position der Reikiseminarleiterin und Wissens-Weitergebenden hinein, weil ich andere ab Oktober 2005 einzeln oder in kleinen Gruppen bis vier Personen in Reiki ausbildete.

Aber ich hatte Fragen, weil ich das Buch "Das Reiki-Kompendium von Lübeck/Petter/Rand und die Bücher von Frank Arjava Petter gelesen hatte, die über die japanische Reiki-Tradition und deren, im Westen unbekannten, Behandlungstechniken berichteten. Dadurch, und auch infolge meiner Japanreisen, interessierten mich immer mehr die Wege, die die Reikimethode und die Behandlungstechniken seit Mikao Usui in Japan und seit Hawayo Takata in der westlichen Welt genommen hatten.

 

Über die seit 1997 herausgegebene Zeitschrift "Das Reiki-Magazin kam ich zu meinen Lehrer Josef Hilger und zu meiner Lehrerin Hiroko Kasahara. Ich dachte, wenn die beiden je die vierte Generation nach Mikao Usui sind - einmal in der westlichen und einmal in der östlich-japanischen Traditionslinie, dann wissen sie bestimmt alles. So machte ich 2006 noch einmal alle Kursinhalte und Einweihungen des 1., 2., 3. und 4. Reiki-Grades.
Durch das Wissen um die japanische und auch nach Mikao Usui unverändert gebliebene Reikitradition, das mir Hiroko Kasahara vermittelte, war es, als würde etwas in mir komplett werden. Mit der Kenntnis der zwei Flügel der westlichen und der japanischen Tradition fühlte ich mich endlich als "richtige" Reiki-Lehrerin. Es war, als würden die zwei Richtungen wie zwei Teile nun ein Ganzes ergeben.

Durch das neue, umfangreichere Wissen konnte ich nun auch die Fragen, die mir von Kursteilnehmenden gestellt wurden, viel besser beantworten. Ich schrieb in drei Monaten die Seminarunterlagen vom 1. bis 4. Grad um und nun fühlte sich für mich alles sehr stimmig an. Eine Reikikursteilnehmerin, die meine bisherigen Reikimaterialien kannte und nun die überarbeiteten las, meinte: "Dazwischen liegen Welten." Anfang 2007, also erst knapp zwei Jahre nach der Ausbildung zur Reikilehrerin, paßte es für ich ganz, zu sagen: "Ich bin eine Reikilehrerin."


Mehr als zwölf Jahre sind seitdem vergangen, aber für mich ist immer noch der Satz aus dem "Tao-Te-King", der auf meiner Urkunde beim ersten Kung Fu - Grad stand, stimmig:

"Stehe davor und da ist kein Anfang.
Folge ihm nach und da ist kein Ende."

 


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